Sergijew Possad
Die erste Station ab Moskau: blaue Sternkuppeln, die größte funktionierende Glocke Russlands und der Ort, an dem die Matrjoschka in Serie ging.
Nordöstlich von Moskau liegt eine Kette alter Städte, die man den Goldenen Ring nennt. Der Name ist jünger als die Sache: Ein Journalist hat ihn 1967 erfunden, die Städte selbst sind achthundert Jahre älter. Was sie verbindet, ist keine Straße, sondern eine Zeit: Hier stand die Wiege dessen, woraus später Russland wurde.
Ich porträtiere sie eine nach der anderen: was man wirklich sehen sollte, was einen überrascht, und wann man am besten kommt. In der Reihenfolge unten lassen sie sich als Rundreise ab Moskau fahren.
Die erste Station ab Moskau: blaue Sternkuppeln, die größte funktionierende Glocke Russlands und der Ort, an dem die Matrjoschka in Serie ging.
Ein See so groß wie ein Meeresarm und Peters einziges erhaltenes Boot. Dazu ein Stein, um den sich Legenden ranken.
Die Stadt, die man hört, bevor man sie sieht: Jede Glocke hat einen Namen, und die drei größten bilden zusammen einen Dreiklang.
Die Kaufmannsstadt an der Wolga: eine Kirche als Mittelpunkt eines Stadtplans, ein Erntefeld als Fresko und ein Kachelrahmen von acht Metern.
Eine Stadt, die zur Wolga hin abfällt, mit einem Markt, in dem eine Kirche steht, und einer Elchfarm vor den Toren, die bis heute Elchmilch als Heilmittel gewinnt.
Die Ring-Stadt, deren Bild nicht von mittelalterlichen Kuppeln geprägt ist, sondern von Textil und Backstein: ein Wohnhaus in Schiffsform und Kleiderstoff, auf dem Traktoren gemustert sind.
Keine Bahn, kaum ein Haus, das eine Kirche überragt: Susdal ist per Regierungsbeschluss von 1967 zum touristischen Zentrum erklärt worden, und sieht auch so aus.
Eine Kirche als steinernes Bilderbuch, das einzige erhaltene Stadttor der vormongolischen Rus, und im April steht das berühmteste Motiv des Rings auf einer Insel.