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Ein leerer Altbauraum mit Parkettboden, an der Decke hängt eine nackte Glühbirne zwischen zwei Fenstern

Die ersten Wochen in Russland: Die Reihenfolge, an der alles hängt

3 Min. Lesezeit

Die meisten Probleme in den ersten Wochen entstehen nicht daran, dass etwas unmöglich wäre. Sie entstehen daran, dass jemand in der falschen Reihenfolge anfängt.

Jeder Schritt setzt den vorherigen voraus, und keine Behörde sagt dir das vorher. Wer bei der SIM-Karte beginnt, weil er zuerst erreichbar sein will, steht im Laden und wird weggeschickt. Wer beim Bankkonto beginnt, ebenso. Deshalb steht hier zuerst die Kette und danach das Warum.

Die Kette

  1. Migrationserfassung durch die aufnehmende Seite
  2. Notariell beglaubigte Passübersetzung
  3. SNILS, die Sozialversicherungsnummer
  4. Etwa zwei Wochen warten
  5. Gosuslugi-Konto anlegen und auf „bestätigt“ hochstufen
  6. Biometrie in einer Bankfiliale abgeben
  7. SIM-Karte
  8. Bankkonto, danach bei Bedarf die Steuernummer INN

Punkt 4 ist kein Tippfehler. Ein SNILS, der jünger als zwei Wochen ist, fällt bei der automatischen Prüfung durch, und die Fehlermeldung sagt dir nicht, woran es liegt.

Rechne insgesamt mit ein bis zwei Wochen. Theoretisch ginge vieles an einem Tag, praktisch verliert jeder Schritt ein bis fünf Tage an Wartezeiten, Rückfragen und Terminen.

Warum ausgerechnet so

Die Migrationserfassung steht am Anfang, weil sie den Nachweis liefert, dass du dich rechtmäßig im Land aufhältst. Den will danach jede Stelle sehen. Zuständig ist nicht du, sondern die aufnehmende Seite, also Vermieter, Gastgeber oder Hotel. Als Deutscher hast du dafür sieben Arbeitstage ab dem Tag nach der Einreise. Fehlt die Erfassung, verweigert dir das Bürgeramt schon den SNILS. Wer sie erledigt, was sie kostet und was ein Versäumnis nach sich zieht, steht im Beitrag zur Registrierung.

Heb außerdem die Migrationskarte auf, die du bei der Einreise bekommst. Sie muss bis zur Ausreise vorhanden sein, und ihr Verlust ist ein echtes Problem.

Die beglaubigte Übersetzung kostet etwa 2.000 bis 3.000 Rubel und wird bei praktisch jedem folgenden Schritt verlangt. Mach sie früh, nicht wenn du sie zum ersten Mal brauchst. Sie gilt unbefristet, bis dein Pass gewechselt wird.

SNILS, Behördenkonto und Biometrie hängen zusammen, weil der Staat den SIM-Kauf für Ausländer seit Januar 2025 an eine biometrische Identifizierung gebunden hat. Die Reihenfolge dieser drei ist vom Betreiber des Biometriesystems vorgegeben und lässt sich nicht umstellen. Mehr dazu im Beitrag über Gosuslugi, SNILS und INN.

Die SIM-Karte steht vor dem Bankkonto, weil Online-Banking ohne russische Nummer unbrauchbar ist. Bestätigungscodes kommen per SMS. Die Einzelheiten stehen im Beitrag zur russischen SIM-Karte.

Was du vorher erledigen solltest

Manches lässt sich nur von Deutschland aus vernünftig regeln.

Apps installieren, solange du noch kannst. Die Erreichbarkeit beider großer App-Stores ist in Russland seit Mitte Juli 2026 eingebrochen, und viele russische Apps sind aus den westlichen Stores verschwunden. Was du nach der Landung brauchst, lädst du besser vorher. Welche das sind, steht im Beitrag über Apps im russischen Alltag.

Offline-Karte herunterladen. Internetsperren treffen regelmäßig einzelne Städte und Stadtteile, in Moskau im März 2026 fast drei Wochen lang. Eine Karte, die ohne Netz funktioniert, ist dort kein Komfort.

Die Fahrt vom Flughafen anders planen als über eine App. Nach jeder Einreise aus dem Ausland sperrt der Mobilfunkanbieter mobiles Internet und SMS für 24 Stunden. Direkt nach der Landung wirst du kein Taxi bestellen können.

Und der Punkt, der am teuersten wird, wenn du ihn falsch machst: Nimm kein Euro-Bargeld über den eigenen Reisebedarf hinaus mit. Das ist keine Formalie, sondern nach EU-Recht eine Straftat, unabhängig vom Betrag. Warum das so ist und was stattdessen geht, steht im Beitrag über Geld in Russland. Lies den, bevor du buchst.


Stand dieses Beitrags: 25. Juli 2026. Die Regeln für Ausländer haben sich seit 2024 mehrfach geändert und ändern sich weiter. Alles hier ist ein Ausgangspunkt für eigene Recherche, kein Ersatz für die Auskunft der zuständigen Stelle.

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