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Das Spaso-Jakowlewski-Kloster am Ufer des Nero-Sees bei Rostow Weliki

Rostow Weliki: Ein Tag, der älter ist als die Stadt

4 Min. Lesezeit

Der Nero ist älter als alles, was an ihm steht. Er ist ein Rest aus der Zeit vor der letzten Vereisung, an der tiefsten Stelle keine vier Meter, im Schnitt gut einen. Sein Name kommt aus keiner slawischen Sprache, sondern von einer alten Gewässerwurzel, die schon da war, als noch niemand Rostow sagte.

Das ist der rote Faden für diesen Tag. Die bekannten Bilder der Stadt entstehen alle im Kreml, und der Kreml ist der jüngste Teil der Geschichte.

Die Stadt lag zuerst woanders

Fünfzehn Kilometer südwestlich, in einer Schleife des Flusses Sara, lag auf einem zehn Meter hohen Hügel eine befestigte Siedlung: das Sarskoje Gorodischtsche. Sie bestand vom 7. bis ins frühe 11. Jahrhundert und gilt der Forschung als der Ort, an dem Rostow anfing, bevor es Rostow hieß.

Bewohnt war sie von den Merja, einem finno-ugrischen Volk. Drei getrennte Befestigungsbereiche mit eigenen Wällen, im 10. Jahrhundert rund drei Hektar. Ausgegraben wurden zwei Verstecke mit Dirhems aus dem frühen 9. Jahrhundert. Dazu kamen Waffen und Handwerkszeug, dazu Schmuck finnischer und skandinavischer Machart. Es war ein Handelsplatz an der Wolgastraße, mit Fundstücken aus Westeuropa, von der Kama und aus der Wolgabulgarei.

Hinfahren kannst du trotzdem kaum. 1929 und 1930 wurde das Gorodischtsche für eine Kiesgrube abgetragen, vollständig.

Der Anfang dieser Stadt ist zu Schotter verarbeitet worden. Das gehört zu Rostow dazu, auch wenn es auf keinem Prospekt steht.

Im Kreml gehst du oben

Zurück in der Stadt. Der Kreml ist die Postkarte, und du wirst dort mehrere Stunden verbringen, aber die Reihenfolge entscheidet.

Geh zuerst zur Kasse und frag nach den Zeiten der Glockenvorführung. Danach richtest du alles andere aus. Das Läuten dauert wenige Minuten, und wer es verpasst, hat die Stadt gehört wie jede andere.

Zweitens: Nimm die Gänge auf der Mauerkrone, solange sie offen sind. Sie verbinden die Torkirchen miteinander, in der kalten Jahreszeit sind sie zu, und von oben siehst du den Hof und den See in einem Blick. Das Kombiticket gilt zwei Tage, was mehr ist als eine Nettigkeit, wenn du die Klöster am Ufer noch mitnehmen willst.

Der Mann mit vierzig Metern Kette

Die zweite Geschichte spielt fünfzehn Kilometer außerhalb, im Borisoglebski-Kloster, und sie verbindet Rostow mit zwei anderen Städten dieser Reise.

Irinarch wurde 1548 im Dorf Kondakowo geboren und lebte über dreißig Jahre als Klausner in diesem Kloster, die ganze Zeit in eisernen Ketten. Als er am 13. Januar 1616 starb, fanden die Mönche in seiner Zelle 142 kupferne Kreuze, sieben Schulterketten und eine Halskette von zwanzig Saschen Länge, also gut vierzig Metern.

Zu ihm kamen die Leute, die etwas vorhatten. 1609 schickte Michail Skopin-Schuiski um seinen Segen und erhielt Prosphora, ein Kreuz und eine Ermahnung; ein Jahr später war er es, der die belagerte Lawra in Sergijew Possad befreite. Um 1612 kamen Kusma Minin und Dmitri Poscharski persönlich her, bevor sie von Jaroslawl aus nach Moskau zogen.

Seit 1997 gibt es wieder einen Prozessionsweg zu seinem Geburtsdorf: vierzig Kilometer bis zu einer Quelle, jedes Jahr vor dem Eliastag. Die Ketten werden dabei getragen, abwechselnd.

Das Kloster am Wasser, für das ein Graf bezahlte

Am Südwestufer des Nero, ein gutes Stück außerhalb der Mitte, steht das Spaso-Jakowlewski-Kloster. Wenn du nur ein Bild aus Rostow mitnimmst, dann dieses, und zwar am späten Nachmittag, wenn die Sonne vom Wasser her kommt.

Gegründet hat es Bischof Jakow im Jahr 1389. Bekannt wurde es durch einen Mann, der dreihundert Jahre später kam: Metropolit Dimitri traf 1702 ein und starb 1709. Als man 1752 sein Grab öffnete, galten die Gebeine als unversehrt, 1757 wurde er heiliggesprochen.

Danach passierte, was in Russland selten passiert: Ein Privatmann zahlte. Graf Scheremetjew finanzierte zwischen 1795 und 1801 die Dimitrijewski-Kathedrale, klassizistisch, mit einer sehr großen Kuppel auf weit vorspringenden Pfeilern. Sie sieht aus, als hätte sich jemand in Sankt Petersburg vertan und den Bau hier abgestellt.

Älter ist die Satschatjewski-Kathedrale von 1686, deren Fresken von 1689 noch im Original an den Wänden stehen. Der Glockenturm vom Ende des 18. Jahrhunderts trug zeitweise 22 Glocken, die größte mit rund zwölfeinhalb Tonnen. 1928 wurde das Kloster geschlossen, am 15. April 1991 zurückgegeben.

Wenn du wirklich nur einen Tag hast

  • Reihenfolge: Kreml am Vormittag, wegen der Glockenzeiten und wegen des Lichts im Hof. Am späten Nachmittag ans Ufer zum Spaso-Jakowlewski-Kloster. Das Borisoglebski-Kloster braucht ein Fahrzeug und einen eigenen halben Tag.
  • Zeitbedarf: Kreml und Seeufer sind ein voller Tag. Mit Borisoglebsk und dem Emailmuseum werden zwei daraus.
  • Anreise: Die „Lastotschka” ab dem Jaroslawler Bahnhof in Moskau braucht zwei Stunden zwanzig. Der Bahnhof heißt Rostow-Jaroslawski, von dort läuft man eine Viertelstunde.
  • Vorher prüfen: Der letzte bequeme Zug zurück nach Moskau fährt kurz vor zehn Uhr abends. Wer den Sonnenuntergang am See mitnimmt, sollte vorher wissen, wie er wieder wegkommt.

Alle Fakten zu Anreise und Reisezeit stehen kompakt im Städteporträt Rostow Weliki.

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