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Die Verklärungskathedrale des Mirosch-Klosters in Pskow mit ihrer dunklen Kuppel

Pskow: Ein Tag in einer Republik, die es 162 Jahre lang gab

4 Min. Lesezeit

In den meisten alten russischen Städten hat ein Fürst gebaut, und die Stadt hat zugesehen. In Pskow war es umgekehrt.

Hier entschied die Versammlung, das Wetsche, und sie tagte in der Dreifaltigkeitskathedrale oben auf dem Krom. Sie holte sich Fürsten und schickte sie wieder weg. 1348 erkannte Nowgorod im Bolotowski-Vertrag an, was ohnehin galt: Pskow entscheidet für sich.

Hundertzweiundsechzig Jahre später war es vorbei. Dazwischen liegt der Tag, den du hier läufst.

Der Fürst, den die Stadt sich aussuchte

Er kam von der falschen Seite der Grenze. Dowmont war ein litauischer Fürst, war an der Ermordung des Königs Mindaugas im Jahr 1263 beteiligt und floh danach nach Osten.

In Pskow ließ er sich orthodox taufen, auf den Namen Timofej. Und dann geschah das Ungewöhnliche: Die Pskower wählten den Zugezogenen zu ihrem Fürsten. Er blieb es dreiunddreißig Jahre, von 1266 bis zu seinem Tod am 20. Mai 1299.

Er ließ die Befestigung nach Süden erweitern, und diese Mauer hieß noch im 16. Jahrhundert nach ihm. Vor dem Krom liegt bis heute die Dowmont-Stadt: anderthalb Hektar, dicht an dicht die freigelegten Fundamente von Kirchen, die längst verschwunden sind. Du läufst dort über Grundrisse.

Im 16. Jahrhundert wurde er heiliggesprochen. Ein Fürst aus Litauen, der zum Heiligen einer russischen Stadt wurde, weil ihre Bürger ihn gewählt hatten.

Der 13. Januar 1510

Das Ende kam ohne Belagerung. Wassili III. brachte die Stadt unter seine Herrschaft, und bei Tagesanbruch des 13. Januar 1510 wurde die Wetscheglocke abgenommen.

Das war der eigentliche Vorgang. Ohne Glocke keine Versammlung, ohne Versammlung keine Republik. Danach wurden rund dreihundert wohlhabende Familien aus der Stadt gebracht und ihre Höfe an Moskauer Dienstadel vergeben.

Wenn du auf dem Krom stehst, stehst du an der Stelle, an der das stattfand. Es gibt dort nichts zu sehen, was daran erinnert, und genau deshalb lohnt es sich, den Tag mit dieser Zahl im Kopf zu laufen.

Ein Kaufmannshaus mit zwei Meter dicken Wänden

Von der Republik aufs Geschäft. Die Pogankiny Palaty gehören zu den seltenen Wohnbauten des 17. Jahrhunderts, die noch stehen.

Gebaut hat sie der Kaufmann Sergej Iwanowitsch Pogankin, nach der Einschätzung des Museums zwischen Mai 1671 und Dezember 1679. Drei Bauteile unterschiedlicher Höhe, gemauert aus Kalksteinplatten in Kalkmörtel, und im dreigeschossigen Teil sind die Wände am Fuß zwei Meter dick. Das ist kein Wohnhaus, das ist ein Tresor mit Fenstern.

Seit 1902 ist ein Museum darin. Bei der Restaurierung fanden Archäologen 2019 einen Mosaikglasbecher aus Venedig, teilweise vergoldet, der wahrscheinlich Pogankin selbst gehörte.

Der höchste Turm heißt nach einem anderen Turm

Am steilen rechten Ufer der Pskowa steht der Gremjatschaja-Turm, gebaut 1525 unter demselben Wassili III., der fünfzehn Jahre zuvor die Glocke hatte abnehmen lassen. Entworfen hat ihn ein italienischer Baumeister, Iwan Frjasin. Sechs Geschosse, am Fuß rund fünfzehn Meter Durchmesser, etwa neunundzwanzig Meter hoch, gemauert aus genau zugehauenen Blöcken Pskower Kalkstein. Es ist der höchste Steinturm der Stadt.

Nur hieß er ursprünglich anders, nämlich Kosmodemjanski, nach dem Kloster, das hier stand. Der Name Gremjatschaja gehörte einem zweiten Turm weiter oben am Tor. Der zerfiel bis ins 19. Jahrhundert, und sein Name wanderte auf den Nachbarn.

Das ist Pskow im Kleinen. Der berühmteste Turm trägt einen geerbten Namen, der berühmteste Fürst kam aus Litauen, und die Kirchen sind nicht deshalb weiß, weil es schön aussieht, sondern weil man Kalksteinplatten nicht glatt vermauern kann.

Zum Schluss über den Fluss, und ein Hinweis dazu

Auf der anderen Seite der Welikaja liegt das Mirosch-Kloster mit seinen Fresken aus dem 12. Jahrhundert. Sie sind der Grund, warum Fachleute nach Pskow fahren.

Und hier kommt der Hinweis, der über deinen Besuch entscheidet: Bei Regen, Nebel, Schneefall oder hoher Luftfeuchtigkeit bleibt die Kathedrale zu. Die Malerei verträgt die Feuchtigkeit nicht, die zwanzig Besucher an einem Regentag hereintragen. Mehr als zwanzig Personen werden ohnehin nicht gleichzeitig eingelassen.

Dazu: montags geschlossen, am letzten Dienstag im Monat ebenfalls. Wer aus Moskau oder Sankt Petersburg herfährt, um diese Fresken zu sehen, legt sie deshalb nicht auf den letzten Nachmittag, sondern auf den ersten Vormittag bei trockenem Wetter. Sonst hat er umsonst gepackt.

Wenn du wirklich nur einen Tag hast

  • Reihenfolge: Mirosch-Kloster früh und bei trockenem Wetter, danach über den Fluss zum Krom und in die Dowmont-Stadt, nachmittags die Pogankiny Palaty, zum Abschluss der Gremjatschaja-Turm am Wasser.
  • Zeitbedarf: Die Stadt ist ein voller Tag. Isborsk und Petschory brauchen einen zweiten, und der lohnt sich mehr als ein zweiter Tag in Pskow.
  • Anreise: Aus Sankt Petersburg fährt die „Lastotschka” in rund dreieinhalb Stunden. Aus Moskau ist der Nachtzug die bessere Lösung, dann verlierst du keinen Reisetag.
  • Wann: Ende Mai bis Anfang Juli. Die Abende sind hier oben lang und hell, und in diesem Licht sieht der gelbliche Kalkstein am besten aus.

Alle Fakten zu Anreise und Reisezeit stehen kompakt im Städteporträt Pskow.

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