Zum Inhalt springen
Die weiße Verklärungskathedrale von 1152 mit ihrer grünen Kuppel auf dem Roten Platz in Pereslawl-Salesski

Pereslawl-Salesski: Ein Tag zwischen Erdwall und Seeufer

4 Min. Lesezeit

Pereslawl-Salesski besteht aus zwei Städten, die nichts miteinander zu tun haben wollen.

Die eine liegt hinter einem Erdwall aus dem 12. Jahrhundert und ist so klein, dass du sie in einer Stunde umrundest. Die andere liegt am Pleschtschejewo-See, verteilt sich über mehrere Kilometer Ufer und hat mit Kirchen wenig zu tun.

An einem Tag bekommst du beide, wenn du in dieser Reihenfolge gehst.

Der Platz, auf dem ein Fürst geboren wurde

Der Rote Platz von Pereslawl ist kein Platz im städtischen Sinn. Er ist eine Wiese mit vier Kirchen aus vier verschiedenen Zeiten darauf, und in der Mitte steht ein weißer Würfel mit einer Kuppel.

Der Würfel heißt Verklärungskathedrale und wurde zwischen 1152 und 1157 gebaut. An dieser Stelle standen auch die Fürstenkammern, und hier kam der Sohn des Fürsten Jaroslaw Wsewolodowitsch und der Feodossija Mstislawna zur Welt: Alexander, später Newski genannt.

Über das Datum streitet die Forschung bis heute. Die neuere Rechnung nennt den 13. Mai 1221, ältere Arbeiten den 30. Mai 1220. Auch die schöne Geschichte, dass ihm Bischof Simon 1223 in dieser Kathedrale die fürstliche Schwertweihe erteilt habe, hält der genauen Prüfung nicht stand.

Sicher ist der Ort. Am 28. Dezember 1958 wurde ihm hier ein Denkmal gesetzt, von dem Bildhauer S. M. Orlow und dem Architekten L. Kapiza.

Der Wall ist der beste Stadtplan

Vom Platz aus führt in wenigen Schritten ein Weg auf den Erdwall, der den alten Kern in einem Ring von rund zweieinhalb Kilometern umschließt. Er ist heute etwa zehn Meter hoch, und du kannst oben herumgehen.

Mach das gleich am Anfang. Von dort oben verstehst du in zehn Minuten, was du sonst den ganzen Tag zusammensuchst: wie klein der alte Kern ist, wo die Trubesch zum See läuft und wie weit das Wasser dahinter reicht.

Der Steuereintreiber, der auf einer Säule endete

Am Nordrand der Stadt, am Seeufer, steht das Nikitski-Kloster. Dort liegt die beste Geschichte, die Pereslawl zu bieten hat, und sie handelt nicht von einem Fürsten.

Nikita war im 12. Jahrhundert Steuereintreiber in dieser Stadt. Bei der Umlage, die Juri Dolgoruki 1152 anordnete, verdiente er sich reich an den eigenen Nachbarn. Die Vita erzählt, dass er eines Tages in der Kirche eine Stelle aus dem Buch Jesaja hörte: waschet euch, reiniget euch, tut euer böses Tun aus meinen Augen. Danach ließ er Familie und Besitz zurück.

Im Kloster wählte er die härteste Form, die es gab. Er ließ sich in einer gemauerten Grube einschließen und trug eiserne Ketten, die schwereren mit zweieinhalb Pud, also gut vierzig Kilogramm, über der Kleidung.

Die Vita erzählt weiter von der Heilung eines gelähmten Fürsten, der zu ihm kam und mit seinem Stab wieder gehen konnte. Und sie erzählt vom Ende: In der Nacht zum 24. Mai 1186 erschlugen ihn zwei Verwandte. Sie hatten seine vom Tragen blank gescheuerten Ketten für Silber gehalten und nahmen sie mit.

Das ist der Punkt, an dem die Geschichte kippt. Ein Mann legt sich vierzig Kilogramm Eisen an, um nichts mehr zu besitzen, und wird umgebracht, weil jemand dieses Eisen für Wertgegenstand hält.

Die Klosterkathedrale, die du heute siehst, ist fünfkuppelig und geht auf einen Bau zurück, den Iwan der Schreckliche zwischen 1561 und 1564 errichten ließ; er dachte die Anlage zugleich als Festung. Das Kloster wurde im Dezember 1993 wiedereröffnet, der Wiederaufbau der Kathedrale zog sich bis 2013.

Das Museum liegt in einem Kloster, das keines mehr ist

Südlich über der Stadt, auf einer Anhöhe, steht das Goritzki-Uspenski-Kloster. Als Kloster existiert es nicht mehr.

Die Überlieferung setzt die Gründung um 1362 an. Genauer wird es nicht, weil das Klosterarchiv am 12. Juni 1722 verbrannte. 1744 wurde die Gemeinschaft aufgehoben, danach residierte hier bis 1788 ein Bischof. Seit 1919 sitzt in den Mauern das Museum der Stadt.

Zwei Dinge lohnen dort besonders. Die Uspenski-Kathedrale aus den 1750er Jahren hat eine mehrgeschossige Barockikonostase, die für ein Museum ungewöhnlich vollständig erhalten ist. Und auf den Glockenturm der Epiphanienkirche kannst du hinauf. Von oben liegen der alte Kern, der Wall und der See in einem Bild vor dir.

Von hier aus sind es nur noch ein paar Kilometer nach Weskowo, wo Peters Boot steht. Wer ein Fahrzeug hat, hängt das an denselben Nachmittag.

Wenn du wirklich nur einen Tag hast

  • Reihenfolge: Roter Platz und Wall am Vormittag, danach mit dem Auto oder Bus zum Nikitski-Kloster im Norden, am Nachmittag Goritzki im Süden und von dort weiter zum Bootshaus.
  • Zeitbedarf: Der alte Kern ist eine gute Stunde. Alles Weitere liegt auseinander, und ohne Fahrzeug verbringst du den halben Tag auf der Straße.
  • Anreise: Rund 135 Kilometer von Moskau, mit dem Bus zwei bis drei Stunden. Der Zug fährt nur an ausgewählten Tagen, das prüfst du vorher bei RŽD.
  • Der eigentliche Rat: Zwei Tage. Pereslawl hat mehr Museen als Straßen, auf denen sie liegen, und der See ist nicht zur Zierde da: wegen ihm liegt die Stadt überhaupt hier.

Alle Fakten zu Anreise und Reisezeit stehen kompakt im Städteporträt Pereslawl-Salesski.

Teilen Telegram WhatsApp